BRIGITTE LIEBELLichtbilder mit der Camera obscura
Der Denzlinger Kulturkreis zeigt in seiner Herbstausstellung Fotografien, die mit der Lochbildkamera von Brigitte Liebel aufgenommen wurden. Zur Einführung spricht Stefan Tolksdorf. LICHTSPIELE Brigitte Liebels künstlerisches Hauptthema ist das Licht. Bereits seit 1995 ist sie als Lichtsammlerin tätig. Der Lichtsammler, gemeinhin als "Camera obscura" bezeichnet, eröffnet die Möglichkeit auf direktestem Weg Originallicht, welches Lebewesen, Gegenstände und Orte reflektieren auf Fotopapier als Originallichtaufnahme festzuhalten. D.h., die dargestellten Lichtsituationen, die Lichtquellen und das daraus entstehende Licht, die Schatten, die Raumtiefe sind oft in Wirklichkeit nach den Regeln so nicht möglich, erscheinen malerisch dennoch "richtig", weil sie eine Stimmung erzeugen, die vom Betrachter als "geheimnisvoll" oder "spannungsgeladen". Je nach Bedarf kann jeder lichtundurchlässige Hohlkörper zu einem Lichtsammler umfunktioniert werden. Eine Schachtel, ein hohler Gipskopf, eine gefilzte Tasche, ein Reisekoffer oder gar ein fensterloser Raum.Der Faktor Zeit, der sich in der Veränderung ausdrückt, ist gleichfalls tragend in Brigitte Liebels Arbeit. Die Belichtungszeit beträgt abhängig von der Lichtstärke minimal eine Sekunde bis hin zu zehn Minuten und länger. So wird das Objekt nicht wie bei herkömmlicher Fotografie aus dem Augenblick herausgerissen, sondern wächst mit der Zeit in sein Abbild hinein. In der Ausstellung LICHTSPIELE sind Arbeiten aus den Serien "Blütenstücke", "Rasenstücke", "Rankstücke" und "Schwarzwälder" zu sehen.
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